Ein Tiroler Beamtengeschlecht

Ulrich Schullern
Ulrich Schullern

Mag. Ulrich Schullern-Schrattenhofen

Mag. Ulrich Schullern-Schrattenhofen durchlief einen ungewöhnlich vielseitigen Bildungs- und Berufsweg, der technische Praxis, wirtschaftswissenschaftliche Reflexion und kulturelles Engagement in seltener Weise verbindet. Seine schulische Ausbildung begann an der Deutschen Schule Mailand und führte ihn sodann an das Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie in Wien. Früh wandte er sich der Schifffahrt zu und absolvierte auf dem Schulschiff der DDSG in Korneuburg eine Binnenschifferlehre. Im Zuge dieser praktischen Laufbahn erwarb er eine Reihe einschlägiger Qualifikationen, darunter die Motorenwärterprüfung, die Rechnungslegerprüfung, das Allgemeine Sprechfunkzeugnis für den beweglichen Seefunkdienst, das Radarpatent für die Flussschifffahrt sowie das Kapitänspatent – Schifferpatent für die Binnenschifffahrt A. Später legte er die Studienberechtigungsprüfung ab und absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre; ergänzend besuchte er theologische Kurse in Wien.

Sein beruflicher Werdegang begann bei der DDSG, wo er vom Schiffsjungen über den Schiffszahlmeister bis zum Schiffssteuermann mit Kapitänspatent aufstieg. Er war unter anderem auf den Passagierschiffen MFS Theodor Körner und MS Mozart sowie auf den Frachtschiffen MZS Krems, MZS Thaya, TMS Ramsau und MSS Tulln tätig. Mit der Funktion des Cruise Director auf der Mozart weitete sich sein Aufgabenfeld von der nautischen und administrativen Verantwortung hin zur Repräsentation und Gesamtkoordination an Bord aus. Diese Jahre prägten seine praktische, organisatorische und führungsbezogene Erfahrung nachhaltig.

Der Übergang in die Welt der Wissenschaft und Finanzwirtschaft markierte einen zweiten großen Lebensabschnitt. Zunächst wirkte Ulrich Schullern als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Industriewissenschaftlichen Institut (IWI). Es folgten Stationen in der quantitativen Analyse und im Finanzwesen, darunter als Vice President Quantitative Research bei Siemens AG PSE E&I F4C, im Bereich Hedge Fund Replication bei der smn Investment Services GmbH sowie als Risk Manager für Meinl Success / Meinl Bank. In der Folge übernahm er leitende Funktionen im Bankwesen, zunächst als Head of Risk Systems bei der ÖVAG in Wien, sodann als Head of Data Quality bei der Volksbank Wien. Im Rahmen der Independent Validation Unit des Volksbanken-Verbundes widmet er sich insbesondere Fragen der Datenqualität, Risikosteuerung und unabhängigen Validierung im Spannungsfeld moderner Banksteuerung und regulatorischer Anforderungen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Ulrich Schullern vielfältig kulturell, kirchlich und traditionsbezogen engagiert. Er ist Mitglied der Katholischen Kirche Österreich, des Alt-Kaiserjäger Clubs am Bergisel in Innsbruck, von AustroAristo – Collegium rerum nobilium Austriae, der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER in Wien, des Ordo Equitum Sancti Iosephi sowie des Alten Ordens vom St. Georg, genannt Orden der Vier Römischen Kaiser. Diese Mitgliedschaften verweisen auf sein besonderes Interesse an Geschichte, Genealogie, Heraldik, Tradition und geistiger Kontinuität.

Auch als Erfinder trat er hervor: Bereits 2002 wurde seine Entwicklung zur Bewertung von Börsenkursen mittels neuronaler Netze (Multi-Layer-Perzeptron) patentiert. Damit zeigt sich ein weiterer charakteristischer Zug seiner Persönlichkeit: die Verbindung klassischer Bildung und historischer Orientierung mit technischer Innovationsfreude und analytischem Denken.

Für sein Wirken wurde Ulrich Schullern auch ausgezeichnet. Er ist Komtur des Ordo Equitum Sancti Iosephi (2016) und erhielt 2024 die Silberne Liechtenstein-Medaille. In seiner Person verbinden sich damit nautische Praxis, wirtschaftswissenschaftliche Bildung, finanzwirtschaftliche Expertise, technologische Offenheit sowie ein ausgeprägtes Interesse an Geschichte, Heraldik und geistiger Tradition zu einem vielschichtigen Lebensbild.

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